Newsletter April 2021

01. April 2021

1. Corona-Krise: Fast 80 Prozent der freien Journalisten haben Honorareinbußen

 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch beruflich für Journalisten deutlich spürbar und bringen viel Verunsicherung mit sich. Einer aktuellen Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zufolge gaben 61,5 Prozent der befragten Journalisten an, dass sich ihre Arbeitsbedingungen seit Ausbruch der Pandemie verschlechtert haben. Bei freien Journalisten liegt der Wert sogar bei 71,6 Prozent, bei Festangestellten in Vollzeit bei 52,8 Prozent.

Die Umfrage, die vor allem Erkenntnisse zur Prekarisierung im Journalismus untersucht, ergab, dass drei Viertel der Befragten Journalisten der Meinung sind, dass Prekarisierungstendenzen im Journalismus durch die Corona-Krise verstärkt wurden. Fast 80 Prozent der freien Journalisten haben Honorareinbußen seit Beginn der Pandemie, 60 Prozent von ihnen leiden sogar unter Existenzängsten.

Die Befragung liefert auch jenseits von Corona interessante Ergebnisse etwa zum Thema Gehalt. So beträgt das Netto-Durchschnittgehalt von hauptberuflichen Journalisten rund 2.340 Euro pro Monat. Festangestellte Journalisten in Vollzeit verdienen rund 880 Euro netto monatlich mehr als hauptberuflich freie Journalisten. Zwei von fünf hauptberuflichen Journalisten gehen einer bezahlten Nebentätigkeit nach. 43 Prozent der hauptberuflichen Journalisten schätzen ihre Arbeitssituation als prekär ein.

Bei der Umfrage nahmen mehr als 1.000 haupt- und nebenberufliche Journalisten aus ganz Deutschland von Oktober 2020 bis Dezember 2020 teil.
 

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2. Steinmeier für stärkere Regulierung sozialer Medien

 

In der Diskussionsreihe „Forum Bellevue“ diskutierte Anfang März Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Gästen über das Thema „Demokratie und digitale Öffentlichkeit – Eine transatlantische Herausforderung“. In seiner einleitenden Rede zur Diskussion warnte der Bundespräsident, die Gestaltung digitaler Räume den sozialen Medien zu überlassen. Steinmeier appellierte an die Politik, die Plattformen stärker zu regulieren. Vor allem kritisiert Steinmeier das werbefinanzierte Geschäftsmodell sozialer Medien, das darauf ausgerichtet sei, die Aufmerksamkeit der Konsumenten so lange wie möglich zu halten. Die Konzerne der sozialen Medien scherten sich nicht, mit welchen Inhalten das geschehe und ob diese wahr oder falsch seien. Steinmeier stellte klar, „nichts bindet Menschen offenbar so sehr an die Geräte wie Erregung und Empörung, Angst und Wut“. Werte, auf die Demokratien aufbauen, wie Respekt, Wahrheit und Verantwortungsgefühl, würden laut Steinmeier nichts gelten und fordert, „damit Freiheit und Demokratie gewahrt bleiben, braucht es Regeln“. Angesichts des Umgangs mit digitalen Inhalten in China und Russland, sagte Steinmeier: „Dem Modell der digitalen Diktatur müssen wir eine demokratische Alternative entgegensetzen“. Zugleich forderte er, dass Europa und die USA eine gemeinsame „Technosphäre“ schaffen sollten, die globale Standards setzen könnte. Für Steinmeier wäre dies eine Art Neubegründung der transatlantischen Partnerschaft.

3. Umfrage: Die Deutschen und die Medien

 

Wie sieht es mit dem Medienvertrauen der Deutschen aus? Mit dieser und noch weiteren Fragen rund um das Vertrauen der Bevölkerung beschäftigt sich jährlich das Edelman Trust Barometer. In der Umfrage gaben 59 Prozent der Deutschen an, dass die Medien keinen guten Job machen, wenn es um objektive und überparteiliche Berichterstattung geht, weltweit liegt der Wert bei 61 Prozent. Dass Nachrichtenorganisationen mehr damit beschäftigt sind, eine Ideologie oder politische Position zu unterstützen als die Öffentlichkeit zu informieren, sagen 42 Prozent der Deutschen, weltweit sind 59 Prozent dieser Meinung. 43 Prozent der Deutschen (weltweit 59 Prozent) finden sogar, dass Journalisten und Reporter die Menschen absichtlich durch falsche und übertriebene Informationen in die Irre führen wollen. Ein Ergebnis des Trust Barometers ist auch, dass Menschen, die eine schlechte Informationshygiene betreiben und Quellen nicht überprüfen, weniger bereit sind sich gegen Covid-19 zu impfen - 59 Prozent. Bei Menschen, die Informationshygiene betreiben, liegt die Impfbereitschaft bei ausreichender Verfügbarkeit des Impfstoffes bei 70 Prozent. Nach wie vor sind Falschinformationen und deren Verbreitung eine große Herausforderung. So gaben 42 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass sie Informationen, die sie spannend finden, weiterverbreiten (weltweit 57 Prozent). Allerdings checken nur ein Fünftel dieser Menschen diese vor dem Weiterleiten gegen.

Für das Edelman Trust Barometer 2021 wurden zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2020 mehr als 33.000 Menschen in 28 Ländern befragt.

4. Warum das Verhältnis der Ostdeutschen zu den Medien so schwierig ist

 

Die deutsche Einheit liegt bereits 30 Jahre zurück, doch um die massenmediale Teilhabe der Ostdeutschen ist es schlecht bestellt. Zu diesem Fazit kommt ein aktuelles Diskussionspapier der Otto-Brenner-Stiftung, das Anfang März vorgestellt wurde. Es wird beanstandet, dass in den Führungsetagen der wichtigsten deutschen Leitmedien so gut wie keine Ostdeutschen zu finden sind. Fast alle ostdeutschen Regionalzeitungen sind im Besitz westdeutscher Medienhäuser. Selbst in den Chefetagen großer ostdeutscher Regionalzeitungen sind Westdeutsche überrepräsentiert wie vielerorts beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Des Weiteren sind in den größten deutschen Journalistenschulen Ostdeutsche erheblich unterrepräsentiert.

In dem Diskussionspapier von Autor Lutz Mükke wird zudem darauf verwiesen, dass die überregionale westdeutsche Qualitätspresse von den Ostdeutschen so gut wie nicht gelesen wird. Auf der anderen Seite hat sich kein ostdeutsches überregionales Leitmedium etabliert. In dem Diskussionspapier kommt auch der Redaktionsleiter von „Die Zeit im Osten“ Martin Machowecz zu Wort und erklärt im Gespräch mit Mükke: „Die Einheit ist insgesamt nach westdeutschem Modell durchgeführt worden, der Großteil der Macht liegt bis heute im Westen. Das hat sich in den Redaktionen genauso gespiegelt wie bei großen Behörden, Verwaltungen oder großen Konzernen. Immer ist der Ostdeutsche eher hinterhergelaufen und hat versucht, sich anzupassen.“ Mükke kommt zu dem Schluss: „Die Monopolisierung und Provinzialisierung des Medienangebots hat wahrscheinlich ebenso zur Verschiebung des gesellschaftspolitischen Klimas und zu den großen Mobilisierungserfolgen populistischer Bewegungen im Osten beigetragen, wie die mangelhafte Partizipation und Repräsentation Ostdeutscher in überregionalen Leitmedien“.

Mükke beanstandet im Diskussionspapier nicht nur die schlechte Entwicklung, sondern gibt einige Handlungsempfehlungen zum Perspektivwechsel. So wird eine Quotendiskussion für Ostdeutsche in Erwägung gezogen und Stipendienprogramme für angehende ostdeutsche Journalisten. Des Weiteren soll das Papier Anstoß für eine Veranstaltungsreihe zur Lage des Journalismus in Ostdeutschland sein.

5. Neu im Fachjournalist

 

Literaturkritikerinnen sind im überregionalen Printfeuilleton erheblich unterrepräsentiert. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Germanistin Veronika Schuchter. Insbesondere konservative Medien wie Welt und Tages-Anzeiger haben die wenigsten Kritikerinnen. Schuchter stellt in ihrer Studie auch fest, dass männliche Kritiker Bücher von einer Autorin meist erst dann besprechen, wenn diese bekannt ist. Des Weiteren rezensieren Männer zu fast 99 Prozent Erwachsenenliteratur, wohingegen Rezensionen von Frauen beinahe ein Viertel im Bereich Kinder- und Jungendbuch angesiedelt sind. Warum dies so ist und ob es eine Quote für Frauen in der Literaturkritik benötigt, erfahren Sie im Interview mit Schuchter.

Auf Anregung des Verlegers Holger Friedrich kann nun jeder für die Berliner Zeitung Artikel verfassen. Seit dem Start des Open-Source-Journalismus im September wurden mehr als 100 Beiträge bei der Zeitung eingereicht. Einige Artikel davon wurden bereits in der Zeitung veröffentlicht oder sind online in den jeweiligen Ressorts erschienen. Unser Autor Gunter Becker hat sich das Modell des partizipativen Journalismus näher angeschaut und mit Petra Kohse, Chefin Open-Source der Berliner Zeitung, gesprochen sowie sich von der Professorin Annika Sehl diese spezielle Form des Journalismus näher einordnen lassen.

„Die letzten 50 Jahre hat die linke Seite der Politik in diesem Land versucht, den Tenor der Nachrichten zu kontrollieren. Sie haben versucht, Amerika eine große Bevormundungsregierungsagenda aufzuzwängen. Und was erzeugt das? Das erzeugt Möglichkeiten“, erklärt Roger Ailes, der Gründer von Fox News, in der ersten Folge der siebenteiligen Serie „The Loudest Voice“. Die Serie fokussiert sich auf die prägendsten Jahre Ailes als Senderchef von Fox News. Grundlage von „The Loudest Voice“ ist die Ailes-Biografie von Gabriel Sherman. Unsere Autorin Dobrila Kontic hat sich für den Fachjournalist die Serie angeschaut und rezensiert: „Ailes‘ machiavellistisch motiviertes Medienschaffen und seine Ausgestaltung von Fox News sind das Spannendste, was ‚The Loudest Voice‘ zu erzählen hat.“
 

ZUM ONLINEMAGAZIN

6. Literaturhinweise: Nachrichten und Digitalisierung – Journalismus wirksamer machen – Schreiben für Social Media

 

An dieser Stelle verweisen wir regelmäßig auf interessante Neuerscheinungen und Neuauflagen zu den Berufsfeldern Journalismus, Medien und Presserecht sowie Public Relations. Die Rezensionen erfolgen mit freundlicher Unterstützung des DFJV-Ehrenmitglieds Alfred Biel. Weitere Rezensionen finden Sie auf unserer neuen DFJV-Literaturseite sowie Buchhinweise unter den Fachressorts.

 

Literaturhinweis Fake News, Framing, Fact-Checking: Nachrichten im digitalen Zeitalter - Ein Handbuch.

von Tanja Köhler (Hrsg.)
Bielefeld: Transcript 2020 – 563 Seiten, 39,- EUR / E-Book 38,99 EUR

Das Buch: Der Titel erscheint als Band 30 der Reihe Digitale Gesellschaft und befasst sich mit Aspekten der digitalen Transformation des Journalismus am Beispiel des Informationsgenres Nachrichten.

Die Herausgeberin: Tanja Köhler ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und arbeitet in leitender Funktion in der Abteilung Zentrale Nachrichten des Deutschlandfunks. Sie wird von zahlreichen Co-Autoren/-innen unterstützt.

Verlagspräsentation mit Leseprobe

Die Themen:

  • Vorwort
  • Nachrichtenjournalismus und digitaler Wandel
  • Fake News und Verifikation
  • Daten und Algorithmen
  • Nachrichten und Sprache
  • Formate und Projekte
  • Medien und Publikum
  • Redaktion und Management

Das Resümee:

  • Der Titel befasst sich facettenreich mit Fragen des grundlegenden Wandels im Nachrichtenjournalismus infolge der fortschreitenden Digitalisierung.
  • Das Handbuch vermittelt dazu in 27 Beiträgen von 36 Autoren/-innen Notwendiges und Entscheidendes aus dem komplexen Fach- und Wissensgebiet „Nachrichten“. Die Co-Autoren/-innen kommen aus der Wissenschaft, der Beratung und der journalistischen Praxis.
  • Teil 1 bietet eine thematische Hinführung im Sinne von „Überleben im digitalen Wandel“. Teil 2 befasst sich mit den in manipulativer Absicht verbreiteten Falschmeldungen und mit der notwendigen Überprüfung der Richtigkeit von Meldungen. Teil 3 setzt technische Aspekte u. a. mit den Themen Künstliche Intelligenz und Datenjournalismus. Teil 4 hat den Einsatz sprachlicher Mittel zum Gegenstand, u. a. durch die geschlechtergerechte Sprache und die Einbettung eines Themas in einen Deutungsrahmen. Teil 5 thematisiert spezifische Darstellungs- und Vermittlungsformen. Teil 6 widmet sich den Mediennutzern und greift dazu u. a. auch die Ausbildung der Journalisten/-innen auf. Der 7. und letzte Teil beschäftigt sich mit redaktionellen Themen, u. a. mit den Führungsfragen in der digitalen Medienwelt.
  • Das Genre Nachrichten wird auf rund 550 Seiten beleuchtet und hinterfragt. Die Autoren/-innen befassen sich mit den Gründen der aktuellen Entwicklung, fragen nach den Voraussetzungen und Grundlagen des modernen Nachrichtenjournalismus. Interessierte Leser/-innen finden in diesem gehaltvollen Handbuch am Beispiel der Nachrichten viel Wissens- und Bedenkenswertes zu den politisch-rechtlichen, wirtschaftlich-technischen sowie gesellschaftlichen Einwirkungen auf Medien und Journalismus.
  • Der Band ist verständlich geschrieben. Die leicht lesbare Schrift, die zahlreichen Zwischenüberschriften, die tiefe Gliederung usw. fördern die Lesefreundlichkeit. Der Einsatz grafischer Elemente ist knapp bemessen.

 

Literaturhinweis Wie wir den Journalismus besser machen: 30 Essays für eine werteorientierte Digitalisierung.

von Stephan Weichert und Matthias Daniel (Hrsg.)
Leipzig: Vistas 2020 – 287 Seiten, 20,- EUR

Das Buch: Wie machen wir den Journalismus besser? Zu dieser Frage äußern sich die Autoren/-innen in 30 Beiträgen aus ihrer jeweiligen persönlichen Perspektive.

Die Herausgeber: Prof. Dr. Stephan Weichert leitet u. a. den Masterstudiengang Digital Journalism an der Hamburger Media School (HMS.) Matthias Daniel arbeitet als Medienjournalist und ist Chefredakteur des Fachmagazins „journalist“. Die Herausgeber werden von zahlreichen Co-Autoren/-innen unterstützt.

Verlagspräsentation (ohne Leseprobe)

Die Themen:

  • Das Fragezeichen passt besser zu unserem Beruf als das doppelte Ausrufezeichen
  • Wer Visionen hat, sollte Journalismus machen
  • Lokaljournalismus mit Herz und Relevanz
  • Schluss mit der Featureritis, her mit den Fakten!
  • Abschied von der Nachricht: Wie Medien ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden
  • Journalismus braucht Pioniergeist
  • Hört den Leisen zu!
  • Wir müssen Verkäufer in eigener Sache werden
  • Vertrauen Sie mir, ich bin Journalist!
  • Reflexe der Redaktionen

Das Resümee:

  • Die Beiträge dieses Sammelwerks sind größtenteils geschrieben aus einer Haltung des Unbehagens und des Unzufriedenseins mit der vorherrschenden journalistischen Praxis.
  • Im Mittelpunkt stehen Fragen der journalistischen Ausrichtung sowie Aspekte der persönlichen Haltung der Journalisten/-innen. Die Herausgeber sprechen von einem notwendigen „Strategiewechsel im Journalismus“ und fordern ein grundsätzliches Umdenken. Dazu gehört die Fähigkeit zur Selbstkritik und ein hohes Maß an Veränderungsbereitschaft, aber auch eine Diskussion über das journalistische Mindset, wie die Herausgeber in ihrer Einleitung betonen.
  • Die Vielfalt der Autoren/-innen spiegelt die Verschiedenartigkeit der einzelnen Beiträge. Manche Abhandlungen sind eher grundsätzlicher Art, etwa zur digitalen Medienkritik und zur werteorientierten Digitalisierung. Andere Beiträge sind mehr anwendungsorientiert ausgerichtet, beispielsweise Beiträge zum Lokaljournalismus.
  • Die Autoren/-innen beschreiben und erklären, erörtern und kritisieren, empfehlen und ermutigen. Zahlreiche Beiträge sind kleine Thesenpapiere. Wir verändern uns, um besser zu werden. Diese These durchzieht dieses Buch. Dieses Werk will Impulse geben und Veränderungen in die Wege leiten. Es kann Aufbruchstimmung und Orientierung vermitteln, aber auch die Frage hinterlassen, ob im gegenwärtigen Journalismus wirklich so viel so unzulänglich ist.
  • Aufmachung und Textgestaltung sind lesefreundlich.

 

Literaturhinweis #perfektetexte: Schreiben für Social Media

von Anna Gelbert
München: Vahlen 2020 – 136 Seiten, 19,80 EUR / E-Book 15,99 EUR

Das Buch: Ein praxisnaher Ratgeber für das Schreiben für Social Media.

Die Autorin: Anna Gelbert ist TV-Producerin, Autorin und Dozentin.

Verlagspräsentation (ohne Leseprobe)

Die Themen:

  • Es geht los, z. B. Follower verstehen
  • Schöner schreiben, z. B. die schlimmsten Stil-Killer
  • Plattformgerechtes Schreiben, z. B. Schreiben in der Krise
  • Zum Schluss, z. B. goldene Schreib-Tipps

Das Resümee:

  • Die Autorin gibt mit diesem Buch einen Überblick über Eigenarten und Merkmale des Schreibens für Social Media.
  • Der Titel ist dem Inhalt, dem Stil und der Aufmachung nach auf die Besonderheiten des Schreibens für Social Media zugeschnitten, beispielsweise durch eine relativ kleine Schrift, durch eine betont aufgelockerte Gestaltung, durch persönliche Ansprache (duzen) usw.
  • Der erste Teil gibt eine thematische Einführung. Die folgenden Ausführungen befassen sich mit Stilfragen und Sprachregeln, beispielsweise mit Stil-Killer. Es schließen sich spezifische Schreibformen an, Schreiben z. B. für Instagram, LinkedIn, Blogs, Facebook oder Twitter. Der letzte Teil gibt eine Zusammenfassung, u. a. mit „goldenen Schreib-Tipps“.
  • Die Verfasserin schreibt anschaulich und einprägsam, anwendungsnah und nutzenorientiert. Mehrere Interviews holen weitere Perspektiven und zusätzliche Praxisnähe ins Buch. Der Titel vermittelt solides Grundwissen und hilft vor allem Einsteigern, die Technologien und Dienste zum interaktiven Austauschen von Inhalten im Internet zu verstehen und angemessen zu nutzen.

7. Rechtstipp: Urheberrecht im Fotojournalismus

 

Wer sich beruflich als Fotojournalist betätigen möchte, steht von Anfang an vor großen rechtlichen Herausforderungen. Insbesondere im Urheberrecht haben Fotografen einiges zu beachten. Dem Fotografen und Fotojournalisten stehen an den angefertigten Bildern Urheber- und Verwertungsrechte zu, welche ihn zur Vervielfältigung, Verbreitung, Veröffentlichung etc. berechtigen.

Um die Fotos über Fotoagenturen oder die Presse zu verwerten und sich so eine Einnahmequelle zu schaffen, müssen Fotojournalisten Nutzungsrechte an ihren Fotos gegen Entgelt übertragen. Für die Übertragung der Rechte sollte deswegen ein Lizenzvertrag abgeschlossen werden. Darin sollte neben der Höhe des Honorars geklärt werden, für welche Zeitspanne und in welchen Medien das Foto genutzt werden darf sowie ob eine Urheberkennzeichnung erfolgen muss. Überträgt man die Nutzungsrechte an Bildern auf eine Bildagentur, muss diese vertraglich wiederum zur Übertragung der Rechte an Dritte (z.B. eine Redaktion) berechtigt sein.

Was kann man als Fotojournalist nun tun, wenn das eigene Bild unberechtigt genutzt wird? Das Urheberrecht sieht für diesen Fall eine Vielzahl von Ansprüchen vor, mit denen man sich zur Wehr setzen kann, darunter Ansprüche auf Unterlassung und Beseitigung, auf Auskunft über das Ausmaß der Rechtsverletzung und auf Schadensersatz. Um Lizenzverträge rechtssicher zu gestalten oder Ansprüche durchzusetzen, ist es ratsam, frühzeitig einen auf das Urheberrecht spezialisierten Anwalt einzuschalten.

Der DFJV bietet seinen Mitgliedern eine kostenfreie, individuelle und zügige Rechtsberatung (Erstberatung) an.
 

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